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Geschichte zum Apfel
Obwohl der Apfel in der Schöpfungsgeschichte nirgends namentlich erwähnt wird, ist er doch zum ewigen Symbol des Widerstands geworden und geistert durch Sprache und Alltag: als verbotene Frucht, als Frucht der Erkenntnis und der Rebellion, als jene Frucht, die dem vordersten Knorpel des Kehlkopfes, dem «Adamsapfel», ihren Namen gegeben hat; und schliesslich als Inbegriff von Fruchtbarkeit und Obst schlechthin.
Kleinasien - Heimat des Apfels Der Apfel stammt aus Kleinasien, der heutigen Türkei. Unter der Herrschaft der Pharaonen verbreitete sich der gemeine Apfelbaum (malus communis) zuerst an den Ufern des Nils, später auch in Palästina und Griechenland. Die Römer verbanden seinen Namen mit Pomona, der Göttin der Früchte und der Gärten, Gattin des Frühlingsgottes Vertumnus. Von Rom aus trat er schliesslich seinen Siegeszug nach Norden an. Apfel - die Frucht hat in der Schweiz eine lange Tradition In der Schweiz hat der Apfel eine lange Tradition und die Sortenvielfalt in unseren Hausgärten ist unbeschreiblich gross. Nicht weniger als 800 Apfelsorten aus allen Landesteilen waren an einer Apfelschau 1998 zu bestaunen. Eindrücklich war aber nicht nur die Apfelvielfalt, sondern auch die Grösse der Früchte: Die Mehrzahl der Äpfel war kaum grösser als eine Pflaume. Hier wurde durch Kreuzung, und dies innerhalb einer kurzen Zeitspanne, bezüglich Grösse und Aussehen Gigantisches geleistet. Diese Entwicklung ist aber nicht nur positiv: Mit rund einem Dutzend Apfelsorten, die für den einheimischen Markt noch von Bedeutung sind, muss man ehrlicherweise von einer Sortenverarmung sprechen. Das soll sich ändern. Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Obst und Weinbau in Wädenswil prüft zur Zeit in ihren verschiedenen Versuchsanstalten rund 150 verschiedene Sorten. Doch der Weg zu einer neuen Apfelsorte ist steinig und ausgesprochen lang: Bei einer Entwicklungszeit von fast 20 Jahren müssen sich die Konsumenten auf eine lange Durststrecke einstellen. Fündig für vielfältigen Apfelgenuss wird man hingegen auch heute schon bei Bio-Bauern und in den von ihnen belieferten Läden sowie auf Wochenmärkten. Apfel - allzeit im Angebot Äpfel aus einheimischem Anbau sind das ganze Jahr im Verkaufsangebot. Da vergisst man schon beinahe, dass auch dieses beliebte Kernobst sehr wohl eine Reifezeit hat und von Spätsommer bis Herbst, je nach Sorte, geerntet werden muss. Das «Allzeit bereit» ist eine «Leistung», die nur der Apfel erbringen kann. Möglich machen es Apfelbeschaffenheit (Inhaltsstoffe) und ausgeklügelte Lagersysteme. Ausser Frühsorten wie Klarapfel und Gravensteiner, die für den Sofortgenuss bestimmt sind, können alle Apfelsorten über kürzere oder längere Zeit gelagert werden. Apfel - beliebteste Frucht bei Gross und Klein Der Apfel ist unter den Früchten die unbestrittene Nummer 1. Der Apfel ist Baby- und Kleinkindenahrung, Zwischenverpflegung (Pausenapfel), unverzichtbar im Birchermüesli und in vielen rohen und gekochten Speisen. Aber Apfel ist nicht gleich Apfel. Und da unterscheidet er sich wieder einmal von den allermeisten Früchten. Je nach Sorte dominiert die Säure oder die Süsse; manche sind trocken, andere sprudeln nur so vor Saft; eine Sorte verkocht rasch zu Mus, eine andere wiederum liefert Apfelschnitzchen, die selbst bei längerer Kochzeit in Form bleiben. Apfel - Gesundheit wird grossgeschrieben Wie das Ei ist auch der Apfel von Natur aus ein perfektes Nahrungsmittel. Genussfertig und handlich verpackt, ist er mit lediglich 55 Kalorien pro 100 Gramm schlankheitsfördernd und dennoch sättigend. Der ausgewogene Gehalt an Fruchtzucker und Säure und der hohe Anteil an Vitaminen (A, B1, B2, B5, B6, C und E) und Mineralstoffen (Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium, Schwefel, Chlor und Natrium) entsprechen modernsten Erkenntnissen hinsichtlich einer vitalstoff-reichen, gesunden Kost. Äpfel enthalten eine Menge Ballaststoffe. Als einer der gesundheitlich wirksamsten dieser nicht verwertbaren pflanzlichen Faserstoffe des Apfels gilt das Pektin. Wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigen ihm unter anderem eine ausgeprägt positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Da sich das Pektin direkt unter der Apfelschale befindet, sollte man die Frucht nach,Möglichkeit nicht schälen und zudem häufig roh verzehren. Apfel - Ballaststoffe bei Magen- und Darmleiden Aber nicht nur das Pektin, sondern auch die anderen Ballaststoffe haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sorgen für eine geregelte Darmtätigkeit und beugen Magen- und Darrnleiden vor. Dr. Maximilian Oskar Bircher-Benner, Vater der heilenden Rohkost, hat in seiner 1897 gegründeten Klinik am Zürichberg Magenkranke mit geriebenen Äpfeln kuriert. Wichtigste Zutat in seinem weltweit berühmten Birchermüesli aus Haferflocken, Zitronensaft, Milch und Honig sind denn auch rohe Äpfel, die samt Schale auf der Bircher-Raffel gerieben werden. Wie einzigartig die Paradiesfrucht ist und wie ganzheitlich sie eingesetzt werden kann, lässt sich am besten an folgenden zwei Beispielen zeigen:
Apfel - modernes Power "Food" Der Apfel ist ein erstklassiger, biologisch hochwertiger Energiespender mit einer ausgeprägten Schutzfunktion, der unsere Kost mit einfachem Zucker aufwertet. Die Fructose wird vom Körper sehr rasch und direkt umgesetzt. Sie versorgt den Organismus rasch und nachhaltig mit Energie. Mit einem Wassergehalt von 83 g auf 100 g Fruchtfleisch enthält der Apfel mehr Wasser als zum Beispiel die Traubenbeeren. Die Frucht wenn möglich nicht schälen, da in der Schale die wertvollen Vitamine enthalten sind. Pfarrer Künzle empfiehlt Apfeltee aus frischen Äpfeln nicht nur als Durstlöscher, sondern auch als natürliche Nervennahrung aller geistig arbeitenden und nervösen Menschen; auch für zappelige Kinder.
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